Anhalt-Dessau
 
Kultur und Bildung
Im 18. Jahrhundert war Dessau mit seinen sozialen, wirtschaftlichen und pädagogischen Projekten eines der Zentren der deutschen Aufklärung. Die Gestaltung des Dessau-Wörlitzer-Gartenreiches ist bis heute Zeugnis der Ideale von Aufklärung und Humanismus. Das 1774 gegründete Dessauer "Philanthropinum" gilt als das früheste Modell einer staatlichen, auf Naturwissenschaften und praktisches Leben orientierten Schule Deutschlands, von der, trotz der frühen Schließung von 1793, starke Impulse für die Entwicklung des Bildungssektors ausgingen.
Auch im 19. Jahrhundert ist die Stadt Dessau Mittelpunkt des kulturellen Lebens Anhalts. Vor allem das herzogliche Hoftheater ist unter Hofkapellmeister Friedrich Schneider (gest. 1853) über die Landesgrenzen hinaus bekannt: "Dessau war damals ganz in Musik getaucht. Der regierende Herzog hatte ein Orchester ersten Ranges, an dessen Spitze Friedrich Schneider stand. Dieser war ein Komponist der alten Schule von ziemlichem Ruf, seines Zeichens Kantor wie J.S. Bach, gleichzeitig aber auch herzoglicher Kapellmeister und Leiter einer – wie man damals sagte – Musikschule, jetzt Konservatorium. Diese Schule wurde von Schülern aus allen Teilen Deutschlands besucht, und es sind aus ihr einige tüchtige Musiker und bekannte Komponisten hervorgegangen." (Max Müller, zit. nach Wäschke).
Mit dem Umzug des Weimarer "Bauhaus. Hochschule für Gestaltung" 1924 nach Dessau wird Anhalt zum Mittelpunkt neuer Entwicklungen in den Bereichen Architektur, Design und neue Medien.

Der Venustempel im Wörlitzer Park, 1797


Dessau: Hoftheater, 1840


Dessau: Bauhaus Meistersiedlung, 1926