Hessen-Kassel
 
Territoriale Entwicklung ab 1866/Kulturerbe
Mit dem Gesetz vom 20. September 1866 wird das Kurfürstentum Hessen mit der preußischen Monarchie vereinigt. Aus Hessen-Kassel und den ebenfalls von Preußen annektierten Gebieten Nassau und Frankfurt sowie dem von Hessen-Darmstadt an Preußen abgetretenen Hessen-Homburg werden zunächst die Regierungsbezirke Kassel und Wiesbaden gebildet. Am 7. Dezember 1868 entsteht aus beiden Regierungsbezirken die preußische Provinz Hessen-Nassau mit Sitz des Oberpräsidenten in Kassel.
Heute ist Kassel Hauptstadt des gleichnamigen Landkreises im Bundesland Hessen. Der Landkreis umfasst 1.293km² und zählt 245.837 Einwohner zum Jahresende 2002.
Das Bundessozialgericht hat seinen Sitz in Kassel. Der Name Kurhessen wird nur noch als regionale Bezeichnung weiter verwendet. So ist beispielsweise das alte Territorium Kurhessens einschließlich der Exklave Schmalkalden Bestandteil des Gebietes der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.
In die ausgebrannte Ruine des Fridericianums zieht 1955 die erste "documenta" ein – eine richtungsweisende Ausstellung moderner Kunst, die inzwischen zu einer periodisch wiederkehrenden Einrichtung geworden ist. Das Schloss Wilhelmshöhe beherbergt heute die Staatlichen Kunstsammlungen mit der Antikensammlung, der graphischen Sammlung und der Gemäldegalerie Alter Meister. Weitere Museen in Kassel sind das Landesmuseum mit bedeutenden Sammlungen zur Astronomie und Physik, das Naturkundemuseum im Ottoneum, einst Deutschlands erstes Theatergebäude, das Tapetenmuseum, das Museum für Sepulkralkultur, die Neue Gemäldegalerie (deutsche Maler) sowie ein Museum, das dem Leben und Werk der Gebrüder Grimm gewidmet ist.

Vereinigungsgesetz vom 20. September 1866


Kassel: Gemäldegalerie im Schloss Wilhelmshöhe, 2004