Sachsen
 
Territoriale Entwicklung ab 1914/Kulturerbe
Am 10. November 1918 proklamieren die Arbeiter- und Soldatenräte in Dresden die Republik Sachsen. König Friedrich August III. (1865-1932) verzichtet drei Tage später auf den sächsischen Thron. Am 1. November 1920 tritt die demokratisch-parlamentarische Verfassung des Freistaats Sachsen in Kraft. Mit der Machtübernahme der NSDAP erlischt 1933 die politische Eigenständigkeit des Landes. Nach dem Rückzug der amerikanischen Besatzungstruppen am 1. Juli 1945 kommt auch der westliche Teil Sachsens zur sowjetischen Besatzungszone. Die westlich der Oder-Neiße-Linie liegenden Gebiete der preußischen Provinz Niederschlesien, Hoyerswerda und Görlitz, werden Sachsen angegliedert. Östlich der Oder-Neiße-Linie gelegene Gebiete, wie der Zittauer Ortsteil Großporitsch und die Orte Reibersdorf, Rohnau und Schloss Joachimstein, werden an Polen abgetreten. Seit 1949 Land der Deutschen Demokratischen Republik, wird Sachsen am 23. Juli 1952 aufgelöst und auf die Bezirke Leipzig, Dresden und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) verteilt.
Am 3. Oktober 1990 wird Sachsen als Freistaat wiederbegründet und Dresden erneut Landeshauptstadt. Am 1. April 1992 kommen die zehn 1952 im Zuge der Gebietsreform an die thüringischen Bezirke Erfurt, Gera und Suhl abgetreten Gemeinden Elsterberg, Mühltroff, Pausa, Ebersgrün, Görschnitz, Lengenbach, Randsbach, Thierbach, Unterreichenau und Cunsdorf an Sachsen zurück.
Sachsen umfasst heute eine Fläche von 18.413 km². Viele der Kulturdenkmäler des zum Ende des Zweiten Weltkrieges fast gänzlich zerstörten Dresden sind heute wieder aufgebaut, wie die Semperoper und die Frauenkirche oder befinden sich im Wiederaufbau, wie das Schloß, das zur 800-Jahr-Feier der Stadt Dresden 2006 fertiggestellt sein soll. Der bereits fertig gestellte Schlossflügel und die ehemaligen Residenzen der Wettiner stehen heute der Öffentlichkeit zur Verfügung und beherbergen Kunstschätze sowie historische und naturwissenschaftliche Sammlungen.

Dresden, Stadtansicht, 2004


Die Dresdner Frauenkirche, 2004