Preußen
 
Territoriale Entwicklung ab 1914/Kulturerbe
Im Zuge der revolutionären Ereignisse im November 1918 gibt Reichskanzler Max von Baden (1867-1929) eigenmächtig den Rücktritt des preußischen Königs und deutschen Kaisers Wilhelm II. (1859-1941) bekannt. Am 10. November flieht Wilhelm II. in die Niederlande, verzichtet aber erst am 28. November 1918 offiziell auf den deutschen und den preußischen Thron.
Durch die Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages vom 28. Juni 1919 verliert Preußen mit dem Großteil der Provinz Posen, Teilen Westpreußens und Schlesiens sowie dem ostpreußischen Soldau große Teile seines Staatsgebiets an Polen. Zudem wird Danzig als Freie Stadt dem Völkerbund unterstellt. Nach Volksabstimmungen fallen Nordschleswig an Dänemark und Eupen-Malmedy an Belgien. Das Hultschiner Ländchen wird der neugegründeten Tschechoslowakei und das Saargebiet Frankreich angegliedert. Die Präsidialstellung Preußens im Deutschen Reich und die Personalunion von Reichskanzler und preußischem Ministerpräsidenten werden beseitigt und durch die Verfassung vom 30. November 1920 ein demokratisch-parlamentarischer Freistaat Preußen geschaffen.
1922 schließen sich Pyrmont, 1929 Waldeck an Preußen an und werden in die Provinz Hannover integriert.
Mit dem Staatsstreich gegen Preußen, dem so genannten Preußenschlag von 1932, wird die im Gegensatz zur Reichsregierung sehr stabile Staatsregierung in Preußen beseitigt und ab 1934 nahezu alle Ministerien mit den Reichsministerien zusammengelegt.
Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 erhält Preußen das Amt Ritzebüttel mit Cuxhafen sowie die Exklaven Geesthacht, Großhansdorf und Schmalenbeck und tritt dafür die Städte Altona, Harburg und Wandsbeck an Hamburg ab. Lübeck wird der Provinz Schleswig-Holstein angegliedert. Die oldenburgischen Landesteile Lübeck und Birkenfeld gehen an Preußen, das im Gegenzug Wilhelmshaven abtritt.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wird Preußen am 25. Februar 1947 mit dem alliierten Kontrollratsgesetz Nr. 46 als Staat formell aufgelöst. Seine Gebiete verteilen sich auf die deutschen Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie Polen und die Sowjetunion.
Dem preußischen Kulturerbe widmen sich die von Bund und Ländern gemeinsam finanzierte Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit Sitz in Berlin sowie die Stiftung preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mit Sitz in Potsdam. Seit 1990 zählen die ehemalige Residenz der preußischen Könige Sanssouci, Schloss Cecilienhof, Schloss Babelsberg, die Sacrower Heilandskirche, die Berliner Pfaueninsel sowie Schloss und Park Glienicke zum Weltkulturerbe der UNESCO. Seit 2001 widmet sich das "Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte" (HBPG) der 900jährigen Landesgeschichte.

Berlin: Zeughaus, 2004


Berlin: Denkmal Friedrich des Großen, 2004


Berlin: Kraftwerk Moabit, 2004


Potsdam: Schloss Sanssouci, 2004