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Territoriale Entwicklung ab 1914/Kulturerbe |
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Im Zuge der revolutionären Ereignisse im November 1918 muss Heinrich XXVII. Reuß Jüngere Linie (1892-1918) für zwei Länder abdanken, da er seit 1908 auch die Regentschaft von Reuß-Greiz inne hat. In Gera erfolgt die Abdankung am 10. November, dem 60. Geburtstag des Fürsten. Vorausgegangen war eine Volksversammlung, auf der von den Arbeiter- und Soldatenräten die Abdankung des Fürsten, der Rücktritt seines Ministers sowie die Amtsenthebung des Geraer Oberbürgermeisters gefordert worden war. Einen Tag später, am 11. November 1918, bildet sich auch in Reuß-Greiz ein Arbeiter- und Soldatenrat und der bereits vorbereite Thronverzicht des Fürsten Heinrich XXVII. wird bekannt gegeben. Der am 17. April 1919 aus Reuß-Greiz und Reuß jüngere Linie gebildete Volksstaat geht mit Inkrafttreten des Gemeinschaftsvertrags am 4. Januar 1920 im neugeschaffenen Land Thüringen mit der Hauptstadt Weimar auf. Die am 22. Dezember 1919 eingerichtete „Reußische Anstalt für Kunst- und Volkswohlfahrt" ist aus einem Vergleich zwischen dem Haus Reuß jüngere Linie und der Regierung des Volksstaats hervorgegangen. Sie dient der Sicherung des Betriebs des Reußischen Theaters in Gera und der Gastspiele des Theaters in Greiz sowie der Reußischen Kapelle und der fürstlichen Sammlungen. Den Stiftungsvorstand hat Fürst Heinrich XXVII. inne. Heute ist Gera kreisfreie Stadt des Bundeslandes Thüringen. Zum Jahresende 2004 zählt die Stadt 105.153 Einwohner. 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, wird das Residenzschloss Osterstein bei einem Luftangriff zerstört und 1962 ganz abgerissen. Die "Kunstsammlung Gera/Orangerie" verfügt über eine umfangreiche Sammlung alter und zeitgenössischer Kunst. Die "Kunstsammlung Gera/Otto Dix Haus" im rekonstruierten Geburtshaus des Malers Otto Dix (1891-1969) widmet sich dem Leben und Werk des Künstlers. Das ehemalige Zucht- und Waisenhaus beherbergt seit 1914 das Geraer Stadtmuseum. Das herzogliche Theatergebäude in Gera wird noch heute als Spielstätte genutzt.
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