Hohenzollern-Sigmaringen
 
Geschichte bis 1815/20
Hohenzollern-Sigmaringen ist eine Linie des 1061 erstmals erwähnten Hauses Hohenzollern, benannt nach der Burg Zollern, später Hohenzollern, bei Hechingen. Im 13. Jahrhundert teilte sich das Haus Hohenzollern in eine fränkische Linie, aus der in der Folgezeit die brandenburgisch-preußische Linie hervorging, und eine schwäbische Linie, aus der 1575/76 durch Erbteilung die Linien Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen entstanden. Die Grafschaft Sigmaringen mit den Klöstern Hedingen und Inzigkofen, die Herrschaft Haigerloch mit Kloster Gruol, die Grafschaft Veringen sowie die Herrschaft Wehrstein bildeten das Kernland der Grafschaft. 1623 zum Reichsfürstentum erhoben, gehörte Hohenzollern-Sigmaringen zum Schwäbischen Kreis des Heiligen Römischen Reiches.
Im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 erhielt der Sigmaringer Fürst für seine Feudalrechte in den Niederlanden sowie für seine Domänen in Belgien die Herrschaft Glatt, das Augustinerinnenkloster Inzigkofen, das Augustiner-Chorherrenstift Beuron und das Benediktinerinnenkloster Holzen. Die Verwandtschaft mit dem preußischen Königshaus, insbesondere aber das freundschaftliche Verhältnis der Fürstin Amalie Zephyrine (1760-1841) zu Napoleons Gemahlin Josephine bewahrten das Fürstentum vor der drohenden Mediatisierung.
Mit Beitritt zum Rheinbund 1806 wurde das Fürstentum um die ehemals österreichischen Klöster Wald und Habsthal sowie die Deutschordens-Herrschaften Achberg und Hohenfels erweitert.
1813 sagte sich Hohenzollern-Sigmaringen vom Rheinbund los und verpflichtete sich gegenüber Österreich, Russland und Preußen zum Kampf gegen die napoleonische Vorherrschaft. Dafür sicherten die Großmächte dem Fürstentum die Erhaltung der Souveränität und des Besitzstandes zu.