Oldenburg
 
Geschichte bis 1815/20
Rund um die 1108 erstmals erwähnte Siedlung Oldenburg an der Hunte entwickelte sich die gleichnamige Grafschaft, die 1180 zum Reichslehen erhoben wurde. 1234 weitete sich die Grafschaft am linken Weserufer nordwestlich Bremens aus. Vielfache Teilungen schwächten das Grafenhaus.
1386 fiel die Herrschaft Varel, 1624 auch die Herrschaft Kniphausen den Grafen von Oldenburg zu. Nach vorübergehender Regierung durch die Reichsgrafen von Bentinck ab 1733 wurden beide Gebiete 1815 wieder der Oberhoheit Oldenburgs unterstellt.
Von 1575 an regierte Oldenburg die friesische Herrschaft Jever in Personalunion. 1667 fiel diese an Anhalt-Zerbst und ging 1793 über die Schwester des letzten Fürsten von Anhalt Zerbst, Katharina die Große (1729-1796), an Russland über. 1818 schließlich wurde Jever wieder an die mit dem russischen Zarenhof verwandten Oldenburger abgetreten.
Nach dem Tod des letzten Grafen von Oldenburg 1667 fiel das Land an das verwandte dänische Königshaus, verblieb aber im Heiligen Römischen Reich. Mit dem 1773 geschlossenen Vertrag von Sarskoje Selo zwischen Dänemark und Russland ging Oldenburg an die Linie Holstein-Gottorp über, die das Land in Personalunion mit dem Fürstbistum Lübeck regierte. Ein Jahr später wurde Oldenburg zum reichsunmittelbaren Herzogtum erhoben.
Als Ausgleich für den Verlust des Elsflether Weserzolls erhielt Oldenburg im Reichsdeputationshauptschluss 1803 das Bistum Lübeck als Erbfürstentum, das kurhannoversche Amt Wildeshausen sowie die Münsteraner Ämter Vechta und Cloppenburg.
Als letzter Staat trat Oldenburg am 14. Oktober 1808 dem Rheinbund bei. Ende 1810 annektierte Napoleon ohne Rücksicht auf die Garantien der Rheinbundakte die gesamte norddeutsche Küstenregion inklusive Oldenburg. Nach Ende der napoleonischen Herrschaft wurde der Herzog von Oldenburg auf dem Wiener Kongress zum Großherzog erhoben und erhielt entsprechend der Entschädigungsklausel das zuvor preußische Fürstentum Birkenfeld zugesprochen.

Oldenburg, 1599


Oldenburg, Merian, 1647