Anhalt-Köthen
 
Geschichte bis 1815/20
Die Linie Anhalt-Köthen, welche nach dem 1115 erstmals erwähnten slawischen Ort Köthen benannt ist, entstand 1252 aus dem Hause Anhalt. In den Jahren 1307 bis 131919 erwarb sie die Herrschaft Zerbst von den Grafen von Arnstein-Barby. 1396 zerfiel sie in die Siegmundische Linie mit Zerbst und die Albrechtsche Linie mit Köthen. Bei der Erbteilung im Hause Anhalt 1603 erhielt Ludwig (1579-1650), der jüngste Sohn Joachim Ernsts (1536-1586), Köthen als Residenz. Hierher verlegte er 1629 die "Fruchtbringende Gesellschaft". Als mit seinem Sohn Wilhelm Ludwig (1631-1770) sein Haus erlosch, fiel das Land an die ebenfalls 1603 begründete Linie Plötzkau, die sich seitdem nach Köthen nannte. Bei diesem Erbfall wurde vereinbart, dass künftig die Territorien aussterbender Linien unter die übrigen verteilt werden sollten. August Christian Friedrich (1769-1812) erbte infolgedessen 1793 den mittleren Teil von Anhalt-Zerbst um Roßlau. Am 18. April 1807 trat er dem Rheinbund bei und nahm am 22. Juni 1807 den Herzogstitel an. Als Verehrer Napoleons führte er 1810 den Code Napoléon als Gesetzbuch ein und erließ 1811 eine – nach seinem Tod 1812 allerdings wieder abgeschaffte – Verfassung nach französischem Vorbild.

Köthen, Merian, 1650