Hamburg
 
Kultur und Bildung
Mit dem Unterrichtsgesetz vom 11. November 1870 wird das Bildungswesen grundlegend reformiert. "Bis zu diesem Zeitpunkt wurde in Hamburg jedem Bürger die Berechtigung zum Unterrichten erteilt, der dazu Neigung verspürte." (W. Jochmann). Das gesamte Schulwesen wird nun von der Oberschulbehörde geleitet, die sich aus Senats- und Bürgerschaftsmitgliedern sowie Schulmännern zusammensetzt. Oberschulen existieren in Hamburg seit der Frühen Neuzeit. Seit 1529 besteht die Gelehrtenschule des Johanneums, seit 1612 das akademische Gymnasium, seit 1803 das Realgymnasium und seit 1881 das Wilhelmgymnasium. Neben zahlreichen Real-, Stiftungs- und Mädchenschulen bestehen 1892 im städtischen Gebiet Hamburgs 93 Volksschulen mit 66.690 Schülern.
Trotz vielfältiger Bemühungen im Verlauf des 19. Jahrhunderts kommt es erst 1919 zur Gründung einer Universität.
1822 konstituiert sich der Hamburger Kunstverein, der 1826 eine erste Kunstausstellung eröffnet und 1836 mit dem Aufbau einer eigenen Kunstsammlung beginnt. 1850 wird eine vom Verein betriebene Gemäldegalerie eröffnet, die den Grundstock für die spätere Hamburger Kunsthalle bildet.
An Theatern sind das Stadttheater und das 1843 gegründete Thalia Theater die bedeutendsten.

Hamburg: Theater am Gänsemarkt, 1827


Hamburg: Stadttheater an der Dammtorstraße, um 1840