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Die Schulbildung bleibt im Königreich Bayern auch im 19. Jahrhundert konfessionell geprägt. 1856 wird die Schulpflicht auf sieben Jahre ausgedehnt. Um 1900 bestehen im Elementarschulbereich 5.178 katholische, 1.930 protestantische, 144 simultane und 86 jüdische Schulen. Zudem gibt es 42 humanistische Gymnasien, die jeweils mit einer vorbereitenden Lateinschule verbunden sind, 44 Progymnasien und 55 Realschulen. Mit München, Erlangen und Würzburg verfügt Bayern über drei Landesuniversitäten.
Geistiger und kultureller Mittelpunkt des Königreichs ist München. Vor allem Ludwig I. (1786-1868) und Ludwig II. (1845-1886) prägen Bayern durch ihre Bautätigkeit und ihren Kunstsinn. Unter Ludwig I. entstehen in München unter anderem die von 1816 bis 1834 von Leo von Klenze (1784-1864) errichtete Glyptothek, ein Museumsbau für antike Plastiken, die Alte Pinakothek und die Neue Pinakothek. Außerhalb Münchens lässt Ludwig I. 1830-1842 die Walhalla bei Regensburg als „Tempel teutscher Ehre" sowie die „Befreiungshalle" bei Kelheim und das Pompejanum bei Aschaffenburg errichten. Auch entsendet er seine Bauherren zum Aufbau des neuen Athen in das seit 1832 von seinem zweiten Sohn Otto (1815-1867) regierte Griechenland.
Unter Ludwig II. erfährt der Schlossbau in Bayern noch eine späte europäische Blüte. Pläne und Ausstattung der Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee bestimmt er weitgehend selbst.
Ludwig I. fördert insbesondere die Bildhauer Ludwig Schwanthaler (1802-1848), Christian Rauch (1777-1857) und Bertel Thorwaldsen (1770-1844) sowie die Maler Peter von Cornelius (1783-1867) und Wilhelm von Kaulbach (1804-1874) und widmet sich der Sammlung antiker Statuen und Gemälde. Ludwig II. setzt sich mit erheblichen finanziellen Mitteln für den Komponisten Richard Wagner (1813-1883) ein, dem er auch den Bau eines eigenen Festspielhauses in Bayreuth ermöglicht.
Um die Jahrhundertwende steht München als Kultur- und Wissenschaftszentrum durchaus in Konkurrenz zur Reichshauptstadt Berlin. In München gründet der Rheinländer Albert Langen (1869-1909) im Jahre 1896 die satirische Zeitschrift „Simplicissimus" und Georg Hirth (1841-1916) 1896 die Zeitschrift „Jugend", von deren äußerer Gestaltung sich der Begriff „Jugendstil" ableitet. In München-Schwabing kommt der Literaten-Kreis um Stefan George (1868-1933) zusammen und begründet sich 1911 die Künstlervereinigung des „Blauen Reiters", zu der Wassily Kandinsky (1866-1944), Franz Marc (1880-1916) und Paul Klee (1879-1940) gehören.
Das im Jahre 1903 gegründete Deutsche Museum zählt zu den größten und bedeutendsten technischen Museen der Welt.
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