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Bodennutzung und Landwirtschaft In der Landwirtschaft wird vorwiegend Viehzucht und Milchproduktion, weniger Getreide- und Futterbau betrieben. Der Gartenbau ist besonders in den Vierlanden und in einigen Teilen des Marschgebiets hochentwickelt.
Gewerbe und Industrie 1865 wird in Hamburg die Gewerbefreiheit eingeführt.
Die Industrialisierung setzt in Hamburg erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein. Den wichtigsten Industriezweig bildet der Schiffbau mit allen Zulieferbetrieben. Auf die 1857 gegründete „Reiherstieg-Werft" folgt 1877 die moderne Werft "Blohm & Voss" auf Kuhwerder, welche Handelsschiffe bis zu 12.500 Tons sowie Kreuzer und Panzerschiffe für die kaiserliche Marine baut. 1909 verlegt die Stettiner „Vulcan-Werft" einen Teil des Unternehmens an die Elbe, und 1914 etabliert sich auch die „Deutsche Werft" auf Finkenwerder.
Andere Industriezweige dienen der Verarbeitung von Importgütern, z.B. Reis- und Getreidemühlen, Zuckerraffinerien, Schokoladenfabriken, Kaffeeröstereien, Wollwäschereien, Spiritusraffinerien, Elfenbeinverarbeitung, Gummifabriken, Jutespinnereien, Farbholzmühlen und eine umfangreiche chemische Industrie. Die 1882 gegründete Firma Beiersdorf beherrscht mit den von ihr entwickelten Produkten Hansaplast und Niveacreme den Weltmarkt. Bedeutend sind die Aufbereitung von Edelerzen (Gold, Silber, Kupfer) in der 1866 gegründeten „Norddeutschen Affinerie" und die Tabakverarbeitung.
22 Hamburgische Brauereien brauen hauptsächlich für den Export. Die Branntweinbrennerei und die Hefefabrikation sind ebenfalls beträchtlich. Hohes Ansehen genießen Möbelindustrie und Musikinstrumentenbau. Fassfabriken decken den Bedarf von Brauereien, Brennereien, Schmalz-, Petroleum- und Schmierölraffinerien.
Hervorzuheben sind der Bau von mechanischen wie optischen Apparaten und Chronometern, die Geldschrankfabrikation und die Kunstschmiederei, ferner eine vielseitige Leder-, Konfektions-, Pelzwaren- und Hutindustrie.
Handel Hamburg ist vor Beginn des Ersten Weltkriegs eine der weltweit bedeutendsten Seehandelsstädte.
Vor allem nach Einrichtung des Freihafens 1888 nimmt die Entwicklung rasant zu: Im Jahre 1867 besitzt Hamburg 487 Seeschiffe mit einer Tragfähigkeit von 236.700t, bis 1913 verdreifacht sich die Schiffszahl auf 1.353 und die Tonnage vervierfacht sich auf 1.903.800t.
Einfuhrgüter sind in der Reihenfolge des Wertes Getreide, Kaffee, Wolle, Häute und Felle, Ölnüsse und Kopra, Salpeter, Kautschuk und Guttapercha, Garne, Kupfer, Baumwolle, Ölkuchen und Kleie, Ölsaat, Maschinen, Kakaobohnen und Jute.
Ausfuhrgüter sind in der Reihenfolge des Wertes Drogeriewaren und Chemikalien, Maschinen und Maschinenteile, Zucker, Eisenwaren, Häute und Felle, Baumwollwaren, Öle, Mineralien, Abraumsalze, Farbwaren, Papier und Wollwaren.
Die Gründung der Hamburg-Amerikanischen Paketfahrt-AG (HAPAG) 1847 legt den Grundstein für ein Unternehmen, das 50 Jahre später die größte Reederei der Welt werden sollte.
Währung, Maße, Gewichte Als Währung besteht bis zur Einführung der Reichswährung 1876 die Mark Hamburger Banco.
Bis zur Übernahme der Maße und Gewichte des Norddeutschen Bundes 1869 gelten in Hamburg als Längenmaß der Hamburger Fuß, als Flüssigkeitsmaß das Hamburger Viertel und als Gewichtseinheit das Hamburger Pfund.
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