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Bodennutzung und Landwirtschaft Die Landwirtschaft ist der vorrangige Wirtschaftssektor Kurhessens, dem sich auch der 1821 in Kassel gegründete Landwirtschaftsverein widmet. Das wichtigste Produkt neben Getreide ist der Flachs. Der Holzbestand geht weit über den inländischen Bedarf hinaus. Hinsichtlich der Viehzucht nimmt die Schweinezucht den größten Anteil ein.
Bergbau Im Bergbau werden Silber und Kupfer bei Rotenburg und Frankenberg gewonnen. Die Braunkohleförderung liegt 1850 bei 86.523t und steigert sich bis 1865 auf 161.640t jährlich. Ein Zentrum liegt bei Ahlberg in Niederhessen. Der Steinkohleertrag beläuft sich 1850 auf 83.396t und erreicht 1856 mit 153.307t einen Höchststand. Die wichtigsten Steinkohlebergwerke befinden sich in der Grafschaft Schaumburg. Eisenerz findet sich vor allem in Schmalkalden. Die Förderquote beläuft sich 1850 auf 12.682t pro Jahr und erreicht 1863 einen Höchstwert mit 17.929t.
Gewerbe und Industrie Hessen-Kassel ist in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kaum industrialisiert. Gewerblicher Schwerpunkt ist die Leinweberei, die vornehmlich in Manufakturen, häufig als Nebenerwerb, betrieben wird.
Stahl- und Eisenwaren werden vornehmlich in der Herrschaft Schmalkalden produziert. Die Roheisenproduktion verdoppelt sich von 3.884t im Jahr 1850 auf 8.283t im Jahr 1862. Die Stahlproduktion liegt 1850 bei 2.032t jährlich, verharrt bis 1860 auf gleichbleibender Höhe und sinkt bis 1866 auf 1.529t im Jahr ab. Im Maschinenbau ist das seit 1817 in Kassel aufgebaute Unternehmen von Carl Anton Henschel (1780-1861) hervorzuheben, das 1848 eine erste Lokomotive namens "Drache" für die "Friedrich-Wilhelm-Nordbahn" ausliefert. Bis 1865 baut die Firma 100 weitere Lokomotiven für den expandierenden Eisenbahnbau in Deutschland und Europa.
Handel Wichtigste Einnahmequelle ist 1820 der Transithandel, da die große Straße von Frankfurt nach Leipzig sowie Verkehrswege nach Franken, Sachsen und Westfalen durch das Land führen.
Wichtigste Exportprodukte sind Leinwand und Holz. Importiert werden vornehmlich Kolonialwaren.
Mehrmals im Jahr finden in Kassel Wollmärkte statt. 1821 wird in Kassel der Handels- und Gewerbeverein für Kurhessen gegründet
Währung, Maße, Gewichte Bis 1841 wird in Hessen-Kassel nach Talern Courant zu 32 Albus à 12 Heller, im Anschluß nach Talern zu 30 Silbergroschen à 12 Heller gerechnet.
Als Längenmaß besteht der kurhessische Normalfuß. Flächenmaß ist die Kasseler Quadratrute, Handelsgewicht ist der Kasseler Zentner.
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