Hessen-Homburg
 
Wirtschaft

Bodennutzung und Landwirtschaft
Die Haupterwerbsquellen beider Teile der Landgrafschaft Hessen-Homburg sind Ackerbau und Viehzucht. Grund und Boden sind aufgeteilt in Mittel- und Kleinbesitz, wie auch in Parzellen in Erbpacht. Großgrundbesitz gibt es nur bedingt in der Herrschaft Meisenheim.
Im Meisenheimer Landesteil wird auch Wein angebaut.


Bergbau
In der Herrschaft Meisenheim gibt es Steinkohlebrüche und Quecksilberminen.

Gewerbe und Industrie
Industrielle Betriebe gibt es keine, dafür jedoch kleinere Manufakturen, wie etwa Textilweberei (Tuche und Flanell) und eine Zwiebackbäckerei in Friedrichsdorf. In Homburg und Dornholzhausen befinden sich Tuch- und Strumpfwebereien sowie eine Hutmanufaktur. In der Herrschaft Meisenheim werden eine Glashütte, vier Eisenhämmer und zwei Hochöfen betrieben.
Mit der Entdeckung des Elisabethenbrunnens 1834 beginnt der Kurbetrieb. Das erste Kursaalgebäude und die erste Spielbank in Homburg werden 1841/42 durch die Gebrüder François Blanc (1806-1877) und Louis Blanc (1806-1852) errichtet, die später auch das Kasino in Monte Carlo übernehmen. Der Kur- und Spielbankbetrieb wird zur Haupterwerbs- und Einnahmequelle der Stadt Homburg vor der Höhe.


Handel
Handel treibt Hessen-Homburgs fast ausschließlich mit Frankfurt am Main.

Währung, Maße, Gewichte
Münzen und Rechnungsart entsprechen den in Hessen-Darmstadt üblichen.
Für die Herrschaft Homburg gelten an Maßen und Gewichten Frankfurter Fuß und Elle und das Frankfurter Leichtgewicht. In der Herrschaft Meisenheim werden Darmstädter Elle und Morgen ebenso wie die Darmstädter Gewichtseinheiten zugrundegelegt.




Vorrats-Blechdose für Stemler-Zwieback Friedrichsdorf, um 1900


Bad Homburg v.d.H.: Kurhaus und Post, um 1900


Hessen-Homburg, 1 Kreuzer 1840