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Bodennutzung und Landwirtschaft Durch die Abtretung des fruchtbaren nördlichen Teils Sachsens an Preußen ist Rest-Sachsen, das mit Ausnahme der Leipziger Tieflandsbucht ein Gebirgsland ist, darauf angewiesen, durch Gewerbeexporte Nahrungsimporte möglich zu machen. Der Anteil der Landwirtschaft im Rahmen der gesamten Wirtschaft sinkt stetig und ist 1914 auf sieben bis acht Prozent gesunken.
Die eigentlichen Kornkammern Sachsens sind die Gegenden von Lommatzsch, Döbeln, Mügeln, Grimma, Bautzen, Zittau und die Ebene südlich von Leipzig. Angebaut werden vor allem Weizen, Roggen und Hafer sowie Kartoffeln.
Gemüsebau und Gärtnerei haben ihren Hauptsitz um Dresden, Leipzig und Zittau.
Der Viehbestand beläuft sich 1904 auf 167.973 Pferde, 683.771 Rinder, 61.863 Schafe, 639.818 Schweine und 128.711 Ziegen.
Bergbau Bergbau wird in Sachsen seit dem 12. Jahrhundert betrieben. Am bedeutendsten ist die Gewinnung von silberhaltigen Erzen sowie Blei-, Zinn-, Eisen- und Kobalterzen im Erzgebirge. Steinkohlebergbau wird im Erzgebirge um Zwickau und Lugau sowie im Plauenschen Grund bei Dresden betrieben. Braunkohle findet sich vor allem in den Einbuchtungen des Tieflands um Grimma und Oschatz sowie in der Oberlausitz um Bautzen und Zittau. Die Braunkohleförderung steigt von 205.273t im Jahre 1853 auf den 30fachen Wert von 6.262.238t im Jahre 1914. Die Förderquote von Steinkohle liegt 1850 bei 652.374t und verachtfacht sich bis 1913 auf 5.445.291t. Die Eisenerzförderung beläuft sich 1850 auf 24.143t, erreicht 1858 einen Höchstwert mit 54.636t und sinkt bis 1913 auf 2.725t ab.
Gewerbe und Industrie Das Königreich Sachsen entwickelt sich im Verlauf des 19. Jahrhundert vor allem in der Textilindustrie zu einem der führenden Industriestandorte Deutschlands. Bezeichnend ist das Vorherrschen der Betriebe geringer und mittlerer Größe und deren Ansiedlung auch in Dörfern.
1861 führt Sachsen auch formell die Gewerbefreiheit ein. Der industriereichste Bezirk ist die Kreishauptmannschaft Zwickau. Der Maschinenbau hat seit 1826 seinen Hauptsitz in Chemnitz. Die Produktion von Roheisen beläuft sich 1850 auf 7.399t jährlich und steigert sich bis 1883 auf 31.112t. Bis 1901 sinkt die Quote auf 20.944t ab.Die Stahlproduktion des gesamten Königreichs Sachsen steigert sich von 6.850t im Jahre 1850 auf 251.794t im Jahre 1911.
Handel Sachsens Handel nimmt am Welthandel teil. Die wichtigsten Exportartikel sind die Erzeugnisse der Textil-, Maschinen- und verschiedener Luxusindustrien, wie z.B. Handschuhe und Schokolade. Mittelpunkt des sächsischen Handels ist Leipzig, das zugleich Hauptort des gesamten deutschen Buchhandels ist. Seit 1828 organisiert der staatlich subventionierte Industrieverein Ausstellungen nationaler Gewerbeprodukte. Leipzig kann seine traditionelle Stellung als Messestadt mit Weltbedeutung behaupten.
Währung, Maße, Gewichte 1815 wird gerechnet nach Thalern zu 24 Groschen à 12 Pfennig in der Währung des 20 Gulden- oder Conventionsfußes. Die Maße und Gewichte sind im Königreich Sachsen bis 1858, als die "Einführung eines allgemeinen Landesgewichts und einige Bestimmungen über das Maß- und Gewichtswesen im Allgemeinen" verfügt werden, nicht einheitlich. Ab dann gelten landesweit: als Längenmaß der Dresdner Fuß, als Flächenmaß die Leipziger Quadratrute, als Hohlmaße die Dresdner Kanne und der Dresdner Scheffel, Landesgewicht ist das Zollpfund.
Ab 1869 gelten die Maße und Gewichte des Norddeutschen Bundes.
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