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Bodennutzung und Landwirtschaft Haupterwerbszweig in der Landwirtschaft ist im Fürstentum Reuß ältere Linie die Forstwirtschaft. Rund 35 Prozent des Gebietes sind bewaldet und bestehen zu 97 Prozent aus Nadelholz.
Wie im Fürstentum Reuß jüngere Linie bieten in dem ansonsten sehr gebirgigen und eher kargen Land einzig die fruchtbaren Täler günstige Voraussetzungen für den Ackerbau. Angebaut werden vornehmlich Weizen, Roggen, Sommergerste, Hafer, Kartoffeln und Klee. Obst wird hauptsächlich in Hausgärten gezogen. Im südlichen Oberland wird zudem Flachs angebaut. Hinsichtlich der Viehzucht werden vor allem Rinder und Schweine gezüchtet. Der Bestand an Pferden und Schafen ist verhältnismäßig gering.
Bergbau Neben der Eisenerzförderung mit einem Höchstwert von 720t im Jahre 1880 konzentriert sich der Bergbau auf Blei, Kupfer, etwas Silber, Kobalt, Vitriol und Alaun.
Gewerbe und Industrie Als letzter thüringischer Staat führt Reuß ältere Linie 1868 die Gewerbefreiheit ein.
Die Industrieentwicklung verläuft in der zweiten Jahrhunderthälfte rasant. Im Jahr 1895 erreicht der Anteil der Industriebevölkerung an der Zahl der Erwerbstätigen der Fürstentümer Reuß ältere Linie und Reuß jüngere Linie mit 68 Prozent einen außerordentlich hohen Wert. In Sachsen liegt der Anteil zu diesem Zeitpunkt etwa bei 50 und deutschlandweit bei 39 Prozent.
Wichtigste Industriezweige im Fürstentum sind die Wollwarenindustrie in Greiz und den umliegenden Ortschaften sowie die Strumpfwarenindustrie in Zeulenroda. Das größte Unternehmen ist die 1837 gegründete Greizer Textilfirma „Friedrich Arnold". In Greiz und Umgebung gibt es um 1905 rund 11.000 mechanische Webstühle, in Zeulenroda circa 700 Wirkstühle und im ganzen Fürstentum an die 100 Stickmaschinen. In Kooperation mit Gera entsteht 1890 das Kartell der Gera-Greizer-Kammgarnspinnerei AG mit dem Markenartikel Gera-Greizer-(Stoff)Waren.
Die in Greiz angesiedelten Maschinenbaufabriken und Gießereien produzieren für den Bedarf der Textilindustrie und finden darüber hinaus deutschlandweit Absatz.
Die Greizer Papiermühle entwickelt sich als größte Papierfabrik Thüringens zu einem regionalen Marktführer.
In Zeulenroda sind ebenfalls Maschinenbaufabriken und eine Seifensiederei angesiedelt.
Die Stahlproduktion des Fürstentums Reuß ältere Linie steigert die Förderung von 119t im Jahre 1860 im Verlauf des 19. Jahrhunderts nicht mehr. Ähnlich sieht es in der Roheisenproduktion aus, die den Höchstwert von 236t im selben Jahr ebenfalls nicht steigern kann.
Handel Die im Fürstentum angesiedelte Textilindustrie verfügt über ein ausgedehntes internationales Handelsnetz.
Neben den Textilien sind die wichtigsten Ausfuhrartikel der reußischen Fürstentümer Holz, Rinder, Butter, Eisen, Maschinen, Leder, Musikinstrumente und Porzellan. Eingeführt werden vor allem Stein- und Braunkohle, wollene Garne, Getreide, Obst, Leinsamen, Talg, rohe Häute, Glas und Kolonialwaren.
Währung, Maße, Gewichte In den reußischen Fürstentümern wird bis Ende 1840 nach Talern zu 24 Groschen à 12 Pfennigen, ab 1841 nach Talern zu 30 Groschen à 12 Pfennigen gerechnet. Längenmaß ist der Fuß, Flächenmaß ist der Scheffel, Handelsgewicht ist das Leipziger Pfund.
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