Hamburg
 
Verkehr

Kunststraßen/Chausseen
Der Plan zum Ausbau der Transitstrecke zwischen Hamburg und Lübeck in den 1820er Jahren stößt auf erheblichen Widerstand Dänemarks, das die wirtschaftliche Vormachtstellung der Hansestädte unter allen Umständen zu behindern sucht. Vor 1830 wird lediglich ein Straßenstück von eher lokaler Bedeutung, die Verbindung zwischen Altona und Blankenese, zur „Elbchaussee" ausgebaut.
1835-1837 wird die wichtige Poststraße Hamburg-Berlin über Bergedorf und das Herzogtum Lauenburg chaussiert.
Erst 1838 stimmt Dänemark nach erheblichen Zugeständnissen seitens der Hansestädte einem Ausbau der Straßenverbindung zwischen Lübeck und der Elbe zu. Die Chaussee muss Hamburg allerdings nördlich umgehen und führt über die Kieler Chaussee auf Altona zu, so dass Hamburg sich noch eine eigene Anschlusschaussee von 12km Länge erstellen muss, die beim sogenannten Ochsenzoll, am nördlichen Zipfel des hamburgischen Staatsgebietes, in die Altona-Lübecker Chaussee einmündet.
Erst mit Chaussierung der alten Lübecker Landstraße über Wandsbek nach Elmenhorst 1840-1843 kommt eine direkte Kunststraßenverbindung zwischen Hamburg und Lübeck zustande.
Noch 1850 gibt es keine direkte Verbindung über die Elbe ins Königreich Hannover, das damit seinen eigenen Hafen Harburg protegiert.


Eisenbahnen
Die 1842 gebaute Eisenbahn Hamburg-Bergedorf wird bis 1846 nach Berlin verlängert. Bis zur Fertigstellung der Hamburg-Lübecker Bahnverbindung 1865 kann nur auf dem Umweg über das Herzogtum Lauenburg der vom dänischen Gesamtstaat verwehrte Verkehr zwischen Hamburg und Lübeck vermittelt werden. Auch die Verbindung mit dem holsteinischen Altona wird erst unter preußischer Verwaltung 1865 hergestellt.
Die Verbindung mit Hannover kommt ebenfalls spät: Erst 1872 wird die Strecke nach Harburg ausgebaut und damit der direkte Anschluss an das nun zu Preußen gehörende Hannover geschaffen. Es folgen 1874 die Verbindungen nach Bremen und 1881 nach Cuxhaven.
Die Gesamtlänge des Hamburger Streckennetzes beläuft sich im Jahre 1885 auf 42km (GIS-Wert).
Im Jahre 1906 ist der Umbau der gesamten Eisenbahn- und Bahnhofsanlagen beendet und die verschiedenen Bahnlinien sind im Haupt- oder Zentralbahnhof zusammengefasst.

Als erste deutsche Stadt führt Hamburg 1894 elektrischen Straßenbahnverkehr ein. Im Jahre 1903 befördert sie bereits 142.440.000 Personen und erreicht bis 1912 eine Streckenlänge von 178km.
1911 wird die Hoch- und Untergrundbahn auf einem Ring von fast 28km Länge dem Verkehr übergeben.


Wasserstraßen
Die hervorragende Stellung Hamburgs beruht auf seiner günstigen geographischen Lage am Schnittpunkt von See- und Flussschifffahrt über die Elbe und ihre Nebenflüsse.
Bis zur Stadt Hamburg befördert die Unterelbe 1850 Seeschiffe mit einer Tragfähigkeit von mehr als 1.200t. Bis 1874 ist die Strecke für eine Tragfähigkeit von über 3.000t ausgebaut.
Die Alster ist für Dampfer und Transportfahrzeuge (bis maximal 50 t) bis Eppendorf hinauf schiffbar.
Mit dem Bau des 1895 fertiggestellten Nord-Ostsee-Kanals (Kaiser-Wilhelm-Kanal) zwischen Brunsbüttel und Holtenau erhält Hamburg einen direkten Zugang zur Ostsee, ohne sich selbst finanziell am Bau beteiligt zu haben.


See- und Binnenhäfen
Die Freie und Hansestadt Hamburg verfügt mit dem Hamburger Hafen über einen internationalen Seehafen. Mit dem Anschluss an das deutsche Zollgebiet 1888 ist für 120.000.000 Mark ein Freihafengebiet für Schifffahrt, Handel und Industrie fertiggestellt, das in den folgenden Jahren immer weiter ausgebaut wird. Seit 1911 ist das Freihafengebiet durch einen Elbtunnel für Fuhrwerke und Fußgänger mit der Stadt verbunden.
Ab 1892 wird der „Neue Hafen" in Cuxhaven zum Marinestützpunkt des Deutschen Reichs ausgebaut.




Hamburg: Hauptbahnhof, 1923


Hamburg: Vorortbahn, Straßenbahn und U-Bahn, 1917


Hamburg: Hafen, um 1855