Bayern
 
Verkehr

Kunststraßen/Chausseen
Bereits 1753 hat man in der Grafschaft Oettingen mit dem Chausseebau nach französischem Vorbild begonnen; die erste fertiggestellte Strecke verbindet Nördlingen und Oettingen. 1825 ist das bayerische Straßennetz fertig ausgebaut. Es gibt 6.621km ausgebaute Hauptstraßen, davon 1.194km neu gebaute Kunststraßen.
Um 1850 hat sich der Anteil der Kunststraßen wesentlich erhöht. Neben der Landeshauptstadt München sind die Städte Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Würzburg Knotenpunkte in einem vergleichsweise dichten Chausseenetz. In der linksrheinischen Pfalz ist Ludwigshafen mit Kaiserslautern, Landau und Pirmasens verbunden, die Netzdichte allerdings insgesamt gesehen geringer als im Hauptteil des Landes.


Eisenbahnen
Auf Privatinitiative wird 1833 bis 1835 die Strecke Nürnberg-Fürth gebaut, die am 7. Dezember 1835 mit der englischen Lokomotive „Adler" als erste Dampfeisenbahn mit Personenbeförderung in Deutschland unter dem Namen "Ludwigsbahn" eröffnet wird. Es folgt die 1840 fertiggestellte Verbindung München-Augsburg. 1843 beschließt der bayerische Landtag, für die Hauptstrecken des rechtsrheinischen Gebietes zum Staatsbahnprinzip überzugehen. 1851 sind von München über Hof die preußische Hauptstadt Berlin und von Nürnberg über Würzburg auch Frankfurt zu erreichen. Die Strecke München-Salzburg, welche die Verbindung nach Wien herstellt, wird 1860 vollendet. Angesichts der enttäuschenden Ertragsrechnungen der Staatsbahnen seit 1850 überlässt der bayerische Staat den noch ausstehenden Bau der Ostbahn wieder einer Privatgesellschaft. 1861 ist die Ostbahnstrecke Nürnberg-Regensburg-Passau-Linz befahrbar.
In der linksrheinischen Pfalz bleibt es bei Privatbahnen. Als erste Städte erhalten 1846 Ludwigshafen, Speyer und Neustadt (Haardt) Bahnanschluss, im Folgejahr kommen Homburg (Saar) und Kaiserslautern hinzu. Erst 1867 ist die Eisenbahnbrücke über den Rhein fertiggestellt, die Ludwigshafen mit dem benachbarten badischen Mannheim verbindet.
Die Gesamtlänge des bayerischen Streckennetzes beläuft sich im Jahre 1885 auf 4.697km (GIS-Wert).


Wasserstraßen
Die wichtigste bayerische Wasserstraße ist der Main der 1850 Schiffe mit einer Tragfähigkeit bis 200t und ab 1893 bis zu 400t von Aschaffenburg bis Würzburg befördert.
1834 wird mit dem Bau eines Kanals zwischen Regnitz und Altmühl begonnen, der Main und Donau verbindet und damit den alten Kanalplan Karls des Großen, die Fossa Carolina, verwirklicht. Bauträger des so genannten Ludwigskanals ist zunächst eine vom Frankfurter Bankhaus Rothschild gegründete Aktiengesellschaft; 1852 geht der Kanal gänzlich in Staatsbesitz über. Der Ludwigskanal befördert 1850-1903 Schiffe mit einer Tragfähigkeit bis zu 200t.
Die Donau, die ab Kelheim 1850 lediglich Schiffe bis 200t befördert, wird in Bayern sukzessive ausgebaut und befördert 1903 bis Passau Schiffe mit einer Tragfähighkeit von 600 bis 1200t.
Die Bodenseeschifffahrt wird bis 1903 für Schiffe mit einer Tragfähigkeit bis zu 400t ausgebaut.


See- und Binnenhäfen
Bayerischer Bodensee-Hafen ist Lindau.
Rheinhäfen sind Speyer und Neuburg sowie der seit 1843 „Ludwigshafen" genannte Hafen an der Rheinschanze.
Bedeutende Mainhäfen sind zunächst Würzburg und Bamberg, ab 1874 auch Aschaffenburg.
Am Ludwigskanal liegen die Häfen Bamberg, Nürnberg und Kelheim, an der Donau Kelheim, Regensburg und Passau.




Diorama Deutschlands erste Eisenbahn, um 1838


Modell der Lokomotive Adler mit Tender


München: Bahnhof, 1851


Simbach-Eisenbahnbrücke, 1871


Kehlheim: Mündung des Ludwigskanals in die Donau, 1847


Ludwigshafen: Neuer Hafen, 1905